audiovisual autonomy

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The kinoki intersection Vienna is part of a political cinematic network under construction since the 1920... This is an arrangement of information regarding film, projection, discussion, reflection and production which also offers some links to other Kinoki intersections.

audiovisuelle selbstbestimmung

Der Kinoki Knotenpunkt Wien ist Teil eines cineastisch-politischen Netzwerks, an dem seit den 1920er Jahren gebastelt wird... Hier finden sich Informationen zu Film- Projektionen, Diskussionen, Reflexionen und Produktionen sowie links zu anderen Kinoki-Knotenpunkten.


aktuelles programm

MOBILISIERUNG DER TRÄUME

Do. 17.03.17 kinoki mikrokino # 221
19:00 depot, Breitegasse 3

MOBILISIERUNG DER TRÄUME - Eine kurze Geschichte der Medien-Utopien


Das Auge Der Welt (C. Hartmann 1935)
Die Wurzeln der modernen Kommunikations- und Unterhaltungsmedien liegen allesamt im 19. Jahrhundert. Manche, wie der Phonograph, wurden einst als Weltereignis gefeiert und sind heute vergessen, andere wie der Film mussten lange um ihre Anerkennung als ernstzunehmende Ausdrucksform kämpfen. Wieder andere, wie das Fernsehen, brauchten Jahrzehnte um ihren Weg aus dem Labor zu finden.

Was aber all diesen Bild- und Tonmaschinen gemeinsam ist, sind die Wünsche, Vorstellungen und Ängste, die ihnen vorausgingen und die sie teils begleiteten: Das Radio wurde als Mittel der Völkerverständigung und Garant des Weltfriedens gefeiert, das Fernsehen kam rasch als Überwachungsapparat des organisierten Verbrechens in Verdacht und die nervösen Verwirrungen, die das Telefon hervorrief, fanden als Krankheitsbild bald Eingang in die psychiatrische Fachliteratur.

Was ist aus diesen Utopien und Vorstellungen geworden? Haben sie sich bewahrheitete? Wurden sie zerstreut und Lügen gestraft? In welchen der modernen Mythen finden sie sich wieder?

Anhand von zahllosen originalen Filmausschnitten und basierend auf den gleichnamigen Film, geht Martin Reinhart - einer der drei RegisseurInnen - diesen Fragen nach.

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Making the Invisible Visible

Do. 12.01.17 kinoki mikrokino # 220
19:00 depot, Breitegasse 3

Making the Invisible Visible - Visualisierungsstrategien der Kontrolle


Banksy: What Are You Looking At?
Einflussnahme auf den öffentlichen Raum sowie Konzepte von Öffentlichkeit und Privatheit spielen seit langem in der Philosophie, Kulturtheorie aber auch bei Verschwörungstheorien eine nicht unwesentliche Rolle. Konzepte der Sichtbarmachung sowohl im gebauten Raum, als auch in unterschiedlichen Medien werden von der Künstlerin und Theoretikerin Vera Kumer kritisch hinterfragt. Der "klinische Blick" von Röntgenbildern oder CAT Scans, der "überwachende unsichtbare Blick" von Infrarot-Kameras und Satellitenüberwachung eröffnet uns den Einblick in die Welt des Nicht-Sichtbaren. Welche räumlichen Strukturen werden über die Institutionalisierung des Blickes etabliert? Welche Auswirkungen haben klinische, wie auch militärische Wege der Sichtbarmachung auf für uns gewohnte räumliche Konzepte wie Distanz, Nähe, Öffentlichkeit und Privatheit?  
Lecture mit Filmausschnitten gestaltet von Vera Kumer.

The Magic of Nigeria – Der Filmemacher Ola Balogun

Do. 17.11.16 
kinoki mikrokino # 219

19:00 depot, Breitegasse 3

The Magic of Nigeria – Der Filmemacher Ola Balogun

Ola Balogun bei den Dreharbeiten zu "Cry Freedom"
Regisseur, Drehbuchautor, Schriftsteller, Musiker, Musikproduzent und Mitbegründer der nigerianischen Filmproduktion. All diese Begriffe versuchen dem vielseitig Begabten gerecht zu werden. Der streitbare Regisseur Ola Balogun hat – stets zwischen Dokumentar- und Spielfilm oszillierend – Hauptwerke des nigerianischen Kinos geschaffen. Zwischen 1972 und 1982 drehte Balogun, bevor in Nigeria die „Nollywood“-Welle begann, insgesamt zehn Spielfilme. Obwohl seine Spiel- und Dokumentarfilme gern auf Festivals gezeigt werden ist er außerhalb Nigerias inzwischen so gut wie nicht bekannt. Jetzt liegt zum ersten Mal weltweit ein Buch in englischer Sprache über diesen außergewöhnlichen Künstler vor. Anlässlich seines 70. Geburtstages im August 2015 hat sich das Filmkollektiv Frankfurt dem Werk und der Person dieses “großen Unbekannten“ angenommen. Dabei herausgekommen ist ein sorgfältig editierter Band mit 10 AutorInnen, die sich mit profunder Kenntnis dem Filmmacher und der Magie seiner Filme in ihren Texten annähern.

Buchpräsentation von: "The Magic of Nigeria - On the Cinema of Ola Balogun"

Es werden Kurzfilme und Ausschnitte aus Ola Baloguns Filmen gezeigt, darunter AJANI-OGUN (1976), CRY FREEDOM (1980), IN THE BEGINNING... (1972) und IRON EAGLES (1987).

Außerdem wird Musik aus den Soundtracks zu Baloguns Filmen zu hören sein.
Ein Abend mit Gary Vanisian vom Filmkollektiv Frankfurt

Das Buch "The Magic of Nigeria - On the Cinema of Ola Balogun" (es werden 10 Exemplare aufliegen) kann an diesem Abend um 20.- EUR erworben werden. Bitte den Betrag genau mitbringen.

Burkina Faso: Revolution mit bloßen Händen

Do., 13.10.16, kinokis mikrokino #218
19:00 depot, Breitegasse 3

19:00 La sirène de Faso Fani
Regie: Michel K. Zongo (Burkina Faso 2015), Französisch mit Engl. UT, 90 min.

Michel K. Zongos vielfach ausgezeichneter Dokumentarfilm macht drastisch begreifbar, wie sich die einst florierende Textilindustrie in Koudougou durch die Strukturanpassungsprogramme von Weltbank und Internationalem Währungsfonds zurückentwickelte. Nach Jahren neoliberalen Privatisierungszwanges verfallen die Fabriken.

Revolution mit bloßen Händen (2016)
21:30 Revolution mit bloßen Händen
Regie: Moussa Ouédraogo, Hans-Georg Eberl (Burkina Faso / Österreich 2016), Französisch und Morée mit Deutschen UT, 70 min.

Eine Bestandsaufnahme des Volksaufstandes im Oktober 2014 in Burkina Faso, der den Sturz des diktatorischen Regimes von Blaise Compaoré herbeigeführt hat. Eine Diktatur wurde gestürzt, aber welche politischen und sozialen Veränderungen müssen erst noch erreicht werden?

Anschließend Diskussion mit Guibien Cléophas Zerbo, Teilnehmer der burkinischen Revolution 2014, und Hans-Georg Eberl.

Lang lebe Dziga Vertov!

Fr. 24.06.16 kinoki mikrokino
19:00 Depot, Breitegasse 3

Vor 120 Jahren wurde Dziga Vertov geboren: unermüdlicher Avantgardist, bedeutender Pionier der Filmgeschichte und erster Theoretiker des Dokumentarfilms. Seine Filme beschreiben nicht eigentlich die Gesellschaft wie sie war, sondern wie sie noch werden sollte. Stets spürt man in ihnen dieses utopische Vorauseilen. Seine Filme sind ein Brunnen, der unseren Durst weiterhin löscht, auch wenn die Quelle versiegt ist.

Filmstill: Im Land der Kinoveteranen
Im Land der Kinoveteranen
D 1996, 86min., R: Thomas Tode, Ale Muñoz und Rasmus Gerlach

Diese Filmexpedition zu Dziga Vertov beginnt auf dem Schienenstrang als Expedition in Vertovs Moskau (Darsteller des Rechercheurs: Ale Muñoz). Eine Filmgruppe folgt seinen Filmen und Manifesten, aber registriert auch die Veränderungen im Russland der Perestroika. Wurden zu Vertovs Zeiten Lenin-Statuen errichtet, so werden sie nun gestürtzt. Die Zeiten werden ineinander geblendet angesichts der Gemeinsamkeit: Revolution in Russland! Ein 20-jähriger junger Mann meldet sich beim Moskauer Filmkomitee. Er will die Ereignisse der Revolution filmen. Er heißt Dziga Vertov und proklamiert seine Theorie des Film-Auges in militanten Manifesten: »Ich bin Film-Auge. Von heute ab und in alle Zukunft befreie ich mich von der menschlichen Unbeweglichkeit. Ich bin in ununterbrochener Bewegung. Ich nähere mich und entferne mich von den Gegenständen, ich krieche unter sie, ich klettere auf sie, ich bewege mich gleichsam mit dem Maul eines galoppierenden Pferdes.«

Vorfilm: Moskau Enigma
1994/2016, 12min., R: Ale Muñoz

Am 8. März 2015 ist der Filmemacher, Architekt und Höhlenforscher Ale Muñoz im Alter von 50 Jahren in einer spanischen Höhle an Sauerstoffknappheit verstorben. Dieser Abend ist unserem Freund gewidmet, den wir sehr vermissen.

Anschließend Gespräch mit Thomas Tode und Rasmus Gerlach.

Lampedusa auf St. Pauli

Do. 23.06.16 kinoki mikrokino
19:00 Depot, Breitegasse 3

Lampedusa auf St. Pauli – Monument
D 2013/16, 84min., Regie: Rasmus Gerlach

Filmstill: Lampedusa auf St. Pauli
Eine Gruppe von 80 Westafrikanern steht im Juni 2013 plötzlich vor der Tür der St. Pauli-Kirche in Hamburg. Vom ersten Tag an werden die in der Kirche Asyl suchenden Gäste der St. Pauli-Pastoren vom Filmemacher begleitet. Der Krieg in Libyen hatte sie auf die Flüchtlingsboote nach Lampedusa getrieben. Nach einigen Monaten schickten die Italiener sie einfach mit Touristenvisa weiter nach Deutschland; doch auch in Hamburg wollen die Behörden sie nicht. Die Flüchtlinge schließen sich nun als Gruppe zusammen, um sich politisch Gehör zu verschaffen. Dokumentiert wird, wie aus einem spontanen Akt der Mitmenschlichkeit seitens der Pastoren eine breite Welle nachbarschaftlicher Hilfsbereitschaft geworden ist und wie der Konflikt zur Hamburger „Lampedusa-Krise“ eskaliert. In den drei Jahren dieser Krise entscheiden sich manche Flüchtlinge für den dornigen Weg der „Duldung“, während andere ungeduldet auf eine politische Gesamtlösung drängen. Der Film bewahrt wichtige Etappen der in dem Hafenviertel St. Pauli von je her geübten Willkommenskultur auf und bringt Bruchstücke einer neuen Flüchtlingskultur. So erlebt Elfriede Jelineks „Die Schutzbefohlenen“ in der St. Pauli-Kirche seine Urlesung durch die Flüchtlinge, nachdem es ursprünglich von den Flüchtlingen in der Wiener Votivkirche aufgeführt werden sollte, vor deren Vertreibung.

Anschließend: Gespräch mit Rasmus Gerlach.

Politik Macht Kino: BAKUR

SO. 19.06.16; 20:00 Uhr, METRO Kino (1; Johannesgasse 4):
BAKUR (Dokumentation, Türkei 2015, 92 min. R: Cayan Demirel, Ertugrul Mavioglu). Österreich-Premiere!

Filmstill BAKUR
BAKUR (NORDEN) ist ein Porträt von Kämpferinnen und Kämpfern in PKK-Ausbildungslagern im Berggebiet zwischen Türkei, Irak und Syrien, einer Region, die auch als Nordkurdistan oder eben BAKUR bezeichnet wird. Ein empathischer und partizipativer Dokumentarfilm und zugleich ein feinfühliges und leises Dokument politischer Propaganda.

Das Screening von BAKUR erfolgt im Rahmen der Reihe TERROR IM BLICK - POLITIK MACHT KINO, in der mehr als 40 Spielfilme und Dokumentationen Aufschluss geben über die Hintergründe von terroristischen Bewegungen, über menschliche Geschichten, politische Interessen und die Militarisierung des Blicks, von der die filmische Aufarbeitung dieses öffentlichen Traumas begleitet ist. Zum gesamten Programm

27. April: Nur die Toten kehren heim

Mittwoch, 27.April 20.30 Uhr im Votivkino/Wien:
Nur die Toten kehren heim
Einblicke in den kurdischen Widerstand in der Türkei

Dokumentarfilm Österreich & Kurdistan 2015, 81 Minuten
Konzept & Regie: Tina Leisch & Ali Can, Schnitt: Karina Ressler, Produktionsleitung: Şahin Okay & Özge Taş, Ton: Piran Baydemir, Tonschnitt & Sounddesign: Vinzenz Schwab, Musik: Sakina, Mikail Aslan, Delîla, Sadik Hüseyin Dede, Produktion: kinoki

Über eine Million KurdInnen leben in Europa im Exil, viele als politische Flüchtlinge, die nicht in die Türkei zurückkehren können, weil sie dort sofort eingesperrt würden. Aber auch in vielen EU-Staaten werden kurdische FreiheitskämpferInnen als TerroristInnen verfolgt. Der Film portraitiert einige der Exilierten, fährt an die Orte in Kurdistan, an die sie selber nicht zurück können und begegnet dort dem Widerstand der kurdischen Zivilgesellschaft gegen die autoritäre, minderheitenfeindliche Politik des türkischen Staates. Wir begegnen z.B. der Bürgermeisterin von Nusaybin, die mit 80% der Stimmen gewählt wurde und doch ständig von Polizei und Regierung unter Druck gesetzt wird. Wir lernen eine der Journalistinnen kennen, die die systematische Folter an kurdischen Kindern und Jugendlichen im Gefängnis von Pozanti aufgedeckt hat. Wir begleiten die Särge der drei in Paris im Jänner 2013 ermordeten kurdischen Aktivisten auf ihrem letzten Weg. Dabei begegnen wir einer Befreiungsbewegung, die von demokratischen, multiethnischen und feministischen Idealen genauso inspiriert ist, wie vom Kampf für die kurdische Sprache und Kultur. www.nurdietoten.at

Logbook_Serbistan

Do., 7. April
kinokis mikrokino # 216
20.00 Uhr im Depot

Želimir Žilnik betrachtet die Balkanroute aus der Nähe und verflicht die serbische Migrationserfahrung mit den Geschichten der heutigen Migrant_innen, die ebenfalls vor Armut und Krieg aus den Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens fliehen. Die Begegnungen finden nicht nur im Lager, sondern auch auf der Straße, in den Dörfern, bei Festen und beim Fußballspiel statt.

Logbook_Serbistan (RS , 2015), R: Želimir Žilnik, 94 min.
 Im Anschluss Diskussion mit  Želimir Žilnik
 

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Portrait: Philipp Hartmann

Do. 17.03.16
kinoki mikrokino # 215
19:00 im Depot

Die Zeit vergeht wie ein brüllender Löwe
R: Philipp Hartmann, 2013, 76 ½ min.

Dieser ästhetisch rigorose und emotional intensive Film untersucht die Vergänglichkeit der Zeit im Bezug auf das Leben, das Filmemachen und die Dauer des Films selbst. Ein rares cineastisches Dokument, das den Ausdruck von Zeiten, Gefühlen und Gedanken in der Durchquerung so unterschiedlicher Räume wie dem privaten, kollektiven oder persönlichen und nicht übertragbaren Raum in den Blick nimmt.

»Ein Film, so filmisch, so unterhaltsam und so philosophisch wie wenige. Ein Film, der uns heimlich daran erinnert: wir sind alle Kinder der Zeit.« Roger Alan Koza in La Voz del Interior, Argentinien.

Anschließend: Möglichkeit zur Diskussion mit dem Filmemacher, www.zeit-film.de

Portrait: Philipp Hartmann II

Fr. 18.03.16
kinoki mikrokino
19:00 im Depot

Filmstill: Von der Notwendigkeit, die Meere zu befahren
Von der Notwendigkeit, die Meere zu befahren
(R: Philipp Hartmann, 2010, 22min.)
Ein essayistischer Reisefilm, der danach fragt, was wir wohl suchen, wenn wir reisen. Was uns antreibt, welche Bilder wir uns machen und welche Bilder von uns gemacht werden. www.flumenfilm.de

Außerdem: Die Anner-Trilogie:
Der Anner wo annerschder
Der Anner und sei Mudder
Der Anner im Himmel

(R: Philipp Hartmann, 2009)
In dieser humorvollen Kurzfilmtrilogie vom Anner (vom Anderen) thematisiert Hartmann das Andersein in der ersten Person und auf hintergründige Art und Weise.

2014 begleitete Philipp Hartmann seine Filme auf einer Kinotour durch Deutschland. Diese Erfahrung und die Frage nach unabhängigem Filmemachen und ebensolchen Kinos – Wo sind unabhängige Filme (noch) zu sehen? – werden zum Gegenstand der Debatte mit dem Filmemacher. 

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120. Geburtstag von Dziga Vertov

Dziga Vertov bei Dreharbeiten zu "Das Elfte Jahr" 1928.
(Vertov-Sammlung, Österreichisches Filmmuseum)
Dziga Vertov, Filmemacher und Begründer des Kinokollektivs KINOKI feiert am 2. Jänner 2016 seinen 120. Geburtstag. Geboren als David Kaufmann im (heute polnischen) Białystok gibt er sich im Zuge der großen Roten Revolution den (ukrainisch-russischen) Kunstnamen Дзига Вертов, das sich etwa als "Kreiselnder Kurbler" übersetzen lässt. Dieser Name beschreibt sein außergewöhnliches Naheverhältnis zur kurbelnden Kreisbewegung, mit der der Filmstreifen an der Linse vorbeigeführt und belichtet, bzw. an der Lichtquelle vorbeigeführt und projiziert wird. Vertov erarbeitet zahlreiche avantgardistische und dokumentarische Filmwerke, Schriften zur Theorie und Praxis des Films sowie programmatische Manifeste. Im KINOKI-Manifest von 1923 formuliert er: „Die Mystifikation im Leben und auf der Leinwand zu entschlüsseln, zu beidem sind die kinoki gleichermaßen verpflichtet.”

Die Schutzbefohlenen

Foto; Barbara Elisa Semmler
Künstler und KünstlerInnen der Schweigenden Mehrheit erarbeiteten mit Flüchtlingen aus Traiskirchen einstündige Performance nach Elfriede Jelineks Stück Die Schutzbefohlenen und zwar am 14.12.15 im Schauspielhaus Wien, am 18.12.15 in der Brunnenpassage, und am 25.2.16 in Das Werk am Donaukanal, jeweils um 19:00.

"Ein Theaterabend, der sich laufend weiter entwickelt, so wie sich die Geschehnisse in Österreich entwickeln, die unsere Rahmenhandlung bilden. Weil wir Freund_innen durch Abschiebungen verlieren, neu gewinnen, manche ein neues Zuhause anderswo finden. Weil wir in den Proben immer wieder am Text arbeiten, so wie auch Elfriede Jelinek weiterhin an ihrem Text „Die Schutzbefohlenen“ fortschreibt."

Maidan und… Freiräume im Post-Kommunismus

Do., 19.11.2015, 19:00
Kinoki Mikrokino #214


Filmstill: Maidan, R: Sergei Loznitsa
Maidan
NL / Ukraine 2014, 130 min, OmeU   
Regie: Sergei Loznitsa; Kamera: Sergei Loznitsa, Sergiy Stefan Stetsenko, Mykhailo Yelchev; Schnitt: Danielius Kokanauskis, Sergei Loznitsa; Produzent Sergei Loznitsa, Atoms & Void

"In MAIDAN fügt Loznitsa Aufnahmen jener zivilen Unruhen, die im Winter 2013/14 am Kiewer Maidan losbrachen, zu einem wirkmächtigen Zeitdokument zusammen. Die Aufstände, die aus einem friedlichen Protestmarsch heraus entstehen, sind eruptives Indiz der lange währenden ukrainischen Revolution. Mit der Absicht, den regierenden ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch zu stürzen, haben sich die Protestierenden auf dem Maidan versammelt. Als sie jedoch mit der Polizei aneinandergeraten – oder besser gesagt die Polizei an sie gerät –, setzen Straßenschlachten ein, und die Gewalt nimmt überhand. Loznitsa passt einzelne Sequenzen des Protestverlaufs in eine streng geordnete Form ein, verharrt dabei konsequent am zentralen Schauplatz des Geschehens, dem Kiewer Maidan. Schleichend ergibt sich so ein eindringliches Bild, nämlich das der nationalen Neudefinition." (crossing europe film festival)
Anschließend Publikumsgespräch mit Alevtina Kakhidze, Künstlerin (Kiew) [angefragt].

Maidan und… Freiräume im Post-Kommunismus II

Fr., 20.11.2015, 19:00
Kinoki Mikrokino

Filmstill: Free Spaces, R: Ina Ivanceanu
Free Spaces
Luxemburg / Österreich 2015, 60 min, OmeU.   
Regie, Drehbuch: Ina Ivanceanu; Schnitt: Elke Groen, Tatia Skhirtladze; Kamera: Vahe Budumyan, Tatia Skhirtladze, Produktion: Amour Fou, Oikodrom       
       
In vier Metropolen Osteuropas folgt FREE SPACES Künstlerinnen und Künstlern, die mit Witz und Kreativität ihr Recht auf die post-kommunistische Stadt behaupten – "Artivisten" nennen sie sich selbst. Da wird eine Polizeiaktion zu einem provokanten Kinoereignis mit Popcorn, ein alter sowjetischer Zirkus von falschen Tieren besetzt, eine düstere U-Bahn-Passage in eine glamouröse Arena verwandelt, ein stillgelegtes Fabriksareal zur kulturellen Agora umgeformt. Temporäre Freiräume als Laboratorien für eine kommende Demokratie. FREE SPACES zeigt die Verbindungen und Ähnlichkeiten zwischen Tiflis, Jerewan, Chisinau – und Kiew, wo die Zivilgesellschaft kurz nach dem Dreh auf die Barrikaden stieg. Überall geht es um die Rückeroberung des öffentlichen Raums und den Kampf um zivile Selbstbestimmung.

FREE SPACES entstand im Zusammenhang des Projektes SPACES. Nach seiner Premiere beim Crossing Europe Festival und Screenings u.a. in Vietnam, Luxemburg, Schweden und Portugal wird er nun in Wien erstmals in Anwesenheit der Regisseurin Ina Ivanceanu gezeigt.
Im Anschluss an das Publikumsgespräch laden wir zu einem kleinen Umtrunk. 

Nur die Toten kehren heim

Am Sa., den 6.6. feiert der jüngste Film von Tina Leisch und Ali Can im Rahmen des IFFI – Internationales Filmfestival Innsbruck – seine Weltpremiere:


Filmstill: Nur die Toten kehren heim
Nur die Toten kehren heim
Einblicke in den kurdischen Widerstand in der Türkei
Österreich/Kurdistan 2015, 81 min,
Original Kurmanci/Deutsch/Türkisch/Französisch mit deutschen Untertiteln

Über eine Million KurdInnen leben als politische Flüchtlinge in Europa im Exil und viele können nicht in die Türkei zurückkehren, weil sie dort sofort eingesperrt werden würden. Aber auch in vielen EU-Staaten werden kurdische FreiheitskämpferInnen als TerroristInnen verfolgt. Der Film porträtiert diese KurdInnen und fährt an die Orte, an die sie selber nicht zurück können. Er zeigt eine Befreiungsbewegung, die von demokratischen, multiethnischen und feministischen Idealen genauso inspiriert ist wie vom Kampf für die kurdische Sprache und Kultur.

Sabina Guzzanti gegen Silvio Berlusconi

Do., 28.5.2015, 19:00
Kinoki Mikrokino #213

Viva Zapatero!
Italien 2005, 74 Minuten, Regie: Sabina Guzzanti

Als 2003 Sabina Guzzantis satirische Fernsehshow „RAIot“ im staatlichen Fernsehen RAI auf Intervention von Berlusconi abgedreht wurde, macht sich die Komikerin und Regisseurin auf, die Hintergründe der Absetzung zu recherchieren und entlarvt dabei die Mechanismen der Zurichtung der italienischen Medienlandschaft nach den Bedürfnissen des Präsidenten. Erschreckend die drastischen Einschränkungen der Pressefreiheit, grotesk die rhetorischen Verrenkungen mit denen die InterviewpartnerInnen ihren Kotau verteidigen, erhellend Dario Fos Plädoyer für die Satire, tragikomisch Sabina Guzzanti als Berlusconi. 
Der Titel des Filmes ist eine Hommage an den damaligen spanischen Präsidenten, der unmittelbar nach Amtsantritt beschloss, dass das staatliche Fernsehsehen nicht mehr von politischen Seilschaften geleitet werden soll.
Anschließend: Skypekonferenz mit Sabina Guzzanti, moderiert von Ingo Lauggas

Sabina Guzzanti gegen Silvio Berlusconi II

Fr., 29.5.2015, 19:00
Kinoki Mikrokino

La trattativa
Italien, 2014, 104 min, Regie : Sabina Guzzanti

1992 wurden die Antimafiarichter Giovanni Falcone und Paolo Borsellino ermordet  und eine Anschlagserie brachte in mehreren Städten Italiens Unbeteiligte um. Danach wurde es ruhiger: Offensichtlich war ein Waffenstillstand zwischen Cosa Nostra und hochrangigen Politikern geschlossen worden. Sabina Guzzantis akribische Recherche geht mit Achivmaterial, Interviews mit ZeitzeugInnen und nachinszenierten Schlüsselmomenten diesem skandalösen Pakt nach, der im übrigen im Moment auch Gegenstand eines Antimafiaprozesses in Palermo ist. Besonderes Augenmerk wirft Guzzanti – die selber unter andrem wieder Berlusconi spielt- auf die Zusammenhänge zwischen dessen politischem Aufstieg und der Durchdringung der italienischen Wirtschaft und Politik durch die Mafia im Gefolge des Paktes.
Anschließend: Skypekonferenz mit Sabina Guzzanti, moderiert von Ingo Lauggas

Eine syrische Moderne

Filmstill: Sundūq ad-Dunyā (Opfer) R: Ossama Mohammed 2002
Das Österreichische Filmmuseum widmet sich vom 3. bis 15. Juni dem syrischen Kino von 1970 bis 2002.

Gezeigt werden Filme von drei syrischen Filmemachern, Omar Amiralay (1944–2011), Mohamad Malas (*1945) und Ossama Mohammed (*1954). Die Reihe konzentriert sich auf eine filmische Entwicklung, die im letzten Jahrzehnt jäh und brutal unterbrochen wurde.

Olaf Möller, der Kurator der Schau: "Es mag schon sein, dass es kein syrisches Kino gibt, doch im Schaffen dieser drei Meister offenbart sich ein Syrien, welches ein Kino hätte – das einmal möglich war und von dem die Welt viel zu lernen hätte." Zur Programmübersicht

Panzerkreuzer Potemkin - "Wiener Fassung" im Österreichischen Filmmuseum

Panzerkreuzer Potemkin (1925/30), Regie: Sergej Eisenstein; Drehbuch: Eisenstein, Nina Agadžanova; Deutsche Bearbeitung: Piel Jutzi; Kamera: Ėduard Tissė; Musik: Edmund Meisel. DCP, s/w, 49 min Rekonstruierte deutsche Nadeltonfassung. Am Fr 6.3. um 20:30 und am So 8.3. um 14:00 im Österreichischen Filmmuseum.

Eisensteins Bronenosec Potemkin (1925) kam 1930, zu Beginn der Tonfilmära, in den deutschsprachigen Kinos neu heraus: als „Talkie“ mit synchronisiertem Ton auf Schallplatten. Die russischen Matrosen erhielten deutsche Stimmen, bereitgestellt u.a. von Schauspielern der linken Piscator-Bühne in Berlin. Der Wiener Komponist Edmund Meisel, der mit seiner Originalkomposition zum Erfolg in Westeuropa beigetragen hatte, bearbeitete seine Musik für die Tonfassung und baute Geräusche und Gesänge als weitere Teile der Klanggestalt in das Werk ein. Nur wenige Monate später verstarb Meisel nach einer Blinddarmoperation im Alter von 36 Jahren – und der Tonfilm Panzerkreuzer Potemkin geriet in Vergessenheit.

Im Jahr 2000 fand Martin Reinhart die verloren geglaubten Nadelton-Schallplatten im Technischen Museum Wien und initiierte gemeinsam mit Thomas Tode eine Neubewertung des Films sowie ein internationales Rekonstruktionsprojekt unter Beteiligung des Filmmuseums. Das Resultat ist ein einzigartiges, „schlagkräftiges“ Seh- und Hörerlebnis – ein Beleg für die von Theodor W. Adorno und Hanns Eisler als sehr unkonventionell gelobte Originalmusik Meisels. Nach erfolgreichen Aufführungen im Ausland kehrt der tönende Panzerkreuzer nach Wien zurück, wo die Geschichte der Rekonstruktion vor fast 15 Jahren begonnen hat. (O.H.)

Die Österreich-Premiere der digital rekonstruierten „Wiener Fassung“ von Bronenosec Potemkin findet in Kooperation mit dem Technischen Museum statt. Zum Auftakt halten die Historiker Martin Reinhart (Wien) und Thomas Tode (Hamburg) einen 30-minütigen Vortrag zur Kooperation von Eisenstein und Meisel und zur Geschichte dieses Films.

Das Rekonstruktionsprojekt wurde durchgeführt von der Universität der Künste Berlin, dem Österreichischen Filmmuseum und dem Technischen Museum Wien mit Österreichischer Mediathek. Für die Veröffentlichung auf DVD und DCP wurde die Rekonstruktion im Filmmuseum neu bearbeitet und technisch verbessert. Maske und Kothurn, internationale Beiträge zur Theater-, Film- und Medienwissenschaft hat  der "Wiener Fassung" von Panzerkreuzer Potemkin eine Sondernummer gewidmet.  

 

 

 

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Graffiti und Street Art – Die Aneignung der Zeichen

Do. 26.03.2015
Kinoki Mikrokino #212
Wem gehört der öffentliche Raum - I 

Eine Stadt ohne Graffiti ist wie ein Feld ohne Blumen und doch gibt es Leute, die sich beschweren, dass Graffitis den SteuerzahlerInnen Millionen kosten. Genau genommen ist das Gegenteil davon der Fall: Graffitis sind kostenlos, nur die Wände wieder grau anzustreichen verschlingt eine Unmenge Geld. Die Wieder-Eroberung des öffentlichen Raumes beginnt mit zwei historischen Dokumenten zur Graffiti-Geschichte.

19:00
Style Wars
USA 1984; R: Henry Chalfant, Tony Silver; Englisch; 70 min.
Die einen nennen es tagging, die anderen writing, wieder andere einfach bombing, gemeint sind jedesmal Graffitis. Die Frage ist nicht, ob das Kunst ist, sondern dass es sich um eine illegalisierte Form der Eroberung des öffentlichen Raumes handelt. Hier im Fokus: Aufstieg und Fall der U-Bahn Graffitis in New York der 1970er und 1980er Jahre.

20:30
Bomb It
USA 2007; R: Jon Reiss; Englisch; 93 min.
Die Dokumentation erzählt die Geschichte des Graffiti mittels Interviews und Bildern von SprayerInnen, die in allen fünf Kontinenten in Aktion treten. Dabei spannt die Narration einen Bogen von der prähistorischen Höhlenmalerei über den Aufstand der Zeichen im New York der 1980er Jahre bis hin zur aerosolhaltigen Aneignung des gesamten Planeten.

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Graffiti und Street Art – Die Zeichen der Aneignung

Fr., 27.3. 2015
Kinoki Mikrokino #213
Wem gehört der öffentliche Raum - II 

Das unbefugte Auftragen von Farbe auf Wände anderer gilt als Sachbeschädigung und ist doch eine der wichtigsten zeitgenössischen Interventionen im öffentlichen Raum. Graffiti, Street Art, Urban Art oder Urban Hacktivism sind Forderungen nach der allgemeinen Verfügbarkeit öffentlicher Güter. Wem gehört die Stadt? Jenen, die Wände für Werbezwecke kaufen, oder jenen, die konsumistische Sehgewohnheiten unterbrechen?

19:00
Children of the Iron Snake
AUS 2012; R: Alex Macbeth, Miriam Hisom; Englisch; 51 min.
Eine Kartographie der Street Art Szene von Melbourne, Australien, in der Graffiti-KünstlerInnen ebenso zu Wort kommen, wie Kriminologen, Anti-Graffiti AktivistInnen und PolitikerInnen. Die Doku liefert einen fundierten Einblick in eine der größten künstlerischen Bewegungen unserer Zeit.

20:00
Wem gehört die Stadt?
Zerstörung und Wieder-Aneignung des Öffentlichen Raums
Debatte zur aktuellen Situation in Wien mit  
Thomas Blimlinger (Bezirksvorsteher 7. Bezirk), Jutta Kleedorfer (MA18, Projektkoordinatorin für Mehrfachnutzung), Nicholas Platzer (Kurator und Inhaber der Galerie für Urban Culture INOPERABLE), Tom Strutz (Künstler, Kellner und Graffiti-Aktivist).
Moderation: Helmut Neundlinger (Literat und Literaturwissenschafter).

21:30
Art as a Weapon
Myanmar/Thailand/USA 2014; R: Jeff Durkin; Englisch; 59 min.
An der Grenze zwischen Thailand und Myanmar trifft Street Art auf Buddhismus und stellt die brisante und rebellische Frage nach den künstlerischen Möglichkeiten von sozialer Veränderung. Romi und Yiyi, zwei Migrantinnen aus Myanmar nutzen Spraydosen und Stencils, um auf die Unrechtsverhältnisse aufmerksam zu machen, denen sie entronnen sind. Unterdessen arbeitet Shepard Fairey in San Diego an einem riesigen Wandbild eines Mönchs aus Myanmar…

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Sex(arbeits)politiken / Politikfeld Sexarbeit 13.11.14

KINOKIS Mikrokino in Zusammenarbeit mit der Kampagne Lieber Rotlicht statt Blaulicht! des Stuwerkomitees präsentiert wie immer bei freiem Eintritt im depot:
Sex(arbeits)politiken / Politikfeld Sexarbeit

 
Do., 13.11.14; 19:00
Frauenzimmer
Deutschland 2010, 74 Minuten, Regie: Saara Aila Waasner
Portraits dreier in Berlin sexarbeitender Großmütter in Beruf und Privatleben.
Wie organisiert man sich diesen Beruf am besten? Wieviel Zuneigung zu den Kunden gehört dazu, wieviel Theater? Was verändert sich mit fortschreitendem Alter? Ein realitycheck, der die sex(arbeits)feindlichen Positionen der Abolutionistinnen als Moralinsäure enttarnt: Selbstbestimmte, freudebringende Sexarbeit ist möglich.

Do., 13.11.14; 20.30
Sexworker in Österreich 
Zwischen moralischer Verdammung und politischer Funktionalisierung,
zwischen Viktimisierung und Selbstermächtigung.
Diskussion mit:
Christine Nagl, Beratungsstelle PiA in Salzburg
Helga Amesberger, Autorin der Studie Sexarbeit in Österreich. Ein Politikfeld zwischen Pragmatismus, Moralisierung und Resistenz.
sowie AktivistInnen der Kampagne Lieber Rotlicht statt Blaulicht!

Do., 13.11.14; 22:00
Strich
Österreich 1980, Projektgruppe Videoschluchten: Ruth Leder, Karin Jahn und Ursula Deniflee, dt., 50 Min.
Die drei feministischen Filmemacherinnen Ruth Leder, Karin Jahn und Ursula Deniflee näherten sich in einem Stundenhotel in der Weintraubengasse mit der Kamera den dort arbeitenden Sexarbeiterinnen. "Begonnen haben wir im Herbst 79, aus Interesse am Leben und der Sexualität der Frauen, im Vergleich zu uns und anderen Frauen. Dazu kam, dass in der Frauenbewegung und in so genannten linken Kreisen die Frauen am Strich aus ideologischen Gründen abgelehnt wurden".
Entstanden ist ein liebevoller, aufschlussreicher, undogmatischer Einblick in die Sexarbeit und ein wertvolles historisches Dokument.
In Anwesenheit von Karin Jahn

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Sex(arbeits)politiken / Politikfeld Sexarbeit 14.11.14

 KINOKIS Mikrokino in Zusammenarbeit mit der Kampagne Lieber Rotlicht statt Blaulicht! des Stuwerkomitees präsentiert wie immer bei freiem Eintritt im depot:
Sex(arbeits)politiken / Politikfeld Sexarbeit


Fr., 14.11.14; 19:00
Auszüge aus den Videoarbeiten
Collateral Damage
Sex Workers and the Anti-Trafficking Campaigns
work in progress von Carol Leigh (AKA Scarlot Harlot)
US-Amerikanische Hilfs- und Präventionsprogramme arbeiten nur mit Projektträgern zusammen, die sich klar für die Kriminalisierung von Sexarbeit aussprechen. Kampagnen gegen „Human trafficking“ dienen oft der Entrechtung von Sexworkern, nicht ihrem Schutz.

Fr., 14.11.14; 19.30
Politiken der Sexarbeit und Politiken der Migration.
Globale Strategien der Entrechtung?
Diskussion mit Vertreterinnen von Lefö und MAIZ

Fr., 14.11.14; 21:00
Las estrellas de la línea (Railroad All Stars)
Guatemala, Spanien, 2006, 90 Minuten, Regie: Chema Rodríguez
Um gegen allgegenwärtige Morde und Gewalttaten gegen Sexarbeiterinnen, gegen  Polizeischikanen und Diskriminierung zu protestieren, gründen Sexarbeiterinnen in Guatemala die „Stars von der Eisenbahnlinie“, ein Fussballteam, das sich aufmacht, nicht nur die Spielfelder zu erobern und nicht nur die Polizistinnen zu besiegen. Chema Rodríguez Dokumentarfilm begleitet die Frauen, von denen einige Migrantinnen aus den Nachbarländern sind.

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mikrokino 12.6.14

Donnerstag, 12. Juni 2014, 19:00 im depot bei freiem Eintritt
mikrokino # 210

We will survive and stay alive


Subversiv und mit einem Überraschungsfilm verabschiedet sich kinoki in die Sommerpause. Feministische Rebellinnen kämpfen im New York der 1980er Jahre gegen patriarchale Verhaltensweisen und für die Gleichberechtigung der Frau. Der katholischen Filmkritik war der Film ganz und gar nicht geheuer umso mehr freuen wir uns auf einen grellbunten Abend: „Thematisch ungewöhnliche, fantasievolle und flüssige Untergrundagitation, die allerdings weitgehend nicht mehr als Schlagworte und Phrasen bietet und mit einem fragwürdigen Aufruf zur Gegengewalt endet.“ (Lexikon des Internationalen Films).

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mikrokino 15.5.14

Donnerstag, 15. Mai 2014, 19:00
mikrokino #209 

HOCHSICHERHEITSGEFÄNGNIS TYP-F

Typ-F Gefängnis in Kiriklar, Türkei
Neun Regisseur_innen inszenierten in neun Episoden wahre Geschichten von Solidarität und Aufbegehren politischer Gefangener in der Isolationshaft der türkischen Typ-F-Gefängnisse. Der Film wurde von der legendären Protest-Band Grup Yorum produziert.

F Tipi Film/Typ F - Der Film (TR 2012), Regie: Ezel Akay, Baris Pirhasan, Sirri Sureyya Onder, Reis Çelik, Huseyin Karabey, llksen Başarır, Ezel Akay, Sırrı Süreyya Önder, Barış Pirhasan, Aydın Bulut, Hüseyin Karabey, Reis Çelik, Vedat Özdemir, Mehmet İlker Altınay, 115 Min., Türk. OmdU.

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mikrokino 10.4.14

Donnerstag, 10. April 2014, 19:00
mikrokino #208

ÜBERLEBEN IM VERSTECK

Heinrich Ehlers, geb. 1939 in Wien, verbringt seine ersten sechs Lebensjahre in einem Kellerversteck im 5. Wiener Gemeindebezirk. Sein Vater, Erster Geiger bei den Wiener Symphonikern, ist Jude, seine Mutter Katholikin und gilt, obwohl in Österreich geboren, aufgrund ihrer polnischen Eltern, ab 1939 als staatenlos. In der DVD-Edition Vergessene Opfer von Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber erzählt Heinrich Ehlers von der Zeit im Versteck, seinen Erlebnissen nach der Befreiung, seinem Leben in Israel und der Konfrontation mit Antisemitismus sowie mit alten und neuen Nazis nach seiner Rückkehr nach Österreich.
In Anwesenheit der Herausgeber_innen Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber sowie dem Protagonisten Heinrich Ehlers.


Ausschnitte ca. 90 Min.
Die DVD-Edition Vergessene Opfer kann über den Verein www.standbild.org bestellt werden. 

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mikrokino 20.3.14

Donnerstag, 20. März 2014, 19:00
mikrokino #207

HARRAGA - JENSEITS VON PASS UND GRENZEN

'Harraga' brechen mit dem Regime der nationalstaatlich sanktionierten Identität: Mit dem arabischen Wort bezeichnen sich Menschen, die ihre Ausweise oder Pässe verbrennen und oft genug auch ihre eigene Jugend. Nicht nur um übers Mittelmeer oder andere Routen nach Europa zu reisen, sondern um irgendwo anders als im 'bled' - dem Ort ihres Aufwachsens und Herkommens - ihr Glück zu finden. Ernst Logar präsentierte im Rahmen einer Kunstinstallation das Bergdorf Telouet (Marokko) als postkolonialen Ort zwischen Landleben, Wochenmarkt und Tourismus, zum anderen fungierte ein Container als Verkaufsladen, in dem marokkanische Waren verkauft und der bürokratische Prozess der physischen und wirtschaftlichen Grenzüberschreitung dokumentiert wurde. Die beiden Videos "Rachid" und "Telouet" waren Teil dieser Installation und handeln vom jungen Marokkaner Rachid und seinem Bergdorf im Hohen Atlas. Fragen nach den erlaubten und den verbotenen Bewegungen von Menschen und Waren, von Begehren und Projektionen werden aufgeworfen.
"El Berrani" von Aboubakar Hamzi portraitiert Freunde des Filmemachers in Oran: Künstler, Rapper und Anwärter von Harraga. Sie geben dem Prozess, fremd zu werden, Ausdruck – bereit werden, sich auf und davon zu machen.
Juri Schadens Filmessay "Entwürfe" beschäftigt sich schließlich mit der politischen Bedeutung eines Ortes, an dem die freie Bewegung zum Stillstand gebracht wird, dem neuen Schubhaftzentrum im steirischen Vordernberg.

Rachid, R: Ernst Logar, A/Marokko 2012, 4 min
Telouet, R: Ernst Logar, A/Marokko 2012, 25 min
El Berrani (Der Fremde), R: Aboubakar Hamzi, Algerien 2010, 25 min, OF dt. eingesprochen
Entwürfe, R: Juri Schaden, A 2013, 22 min

Anschließend Gespräch mit Ernst Logar und AktivistInnen des Refugee Protest Camps

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mikrokino #206

Donnerstag, 20. Februar 2014, 19:00
ZUM ARBEITERiNNENAUFSTAND IM FEBRUAR 1934

Gefangene Februarkämpfer in Floridsdorf
Knapp ein Jahr nachdem die christlich-soziale Dollfuß-Regierung den Parlamentarismus in Österreich abgeschafft hatte, begann am 12. Februar 1934 von Linz ausgehend der bewaffnete Kampf der sozialdemokratischen Arbeiterschaft für die Wiederherstellung der Demokratie. Das Gedächtnis dieses gescheiterten Aufstands gegen die Faschisierung war immer heikel im großkoalitionären, sozialpartnerschaftlichen Nachkriegsösterreich und filmische Darstellungen sind rar.
Wir zeigen aus Anlass des 80. Jahrestages der Februarkämpfe zeitgenössische Wochenschauberichte aus Österreich und der Sowjetunion. Wir erinnern außerdem an Belá Balázs‘ nicht realisiertes Drehbuch "Hochzeit in Wien", in dem er die Ereignisse in eine Liebesgeschichte verpackte. Schließlich zeigen wir Michael Scharangs „Die Kameraden des Koloman Wallisch“. Scharang erzählt ausgehend von Wallischs Schicksal vom Alltag und von Menschen, die in den Sog der Ereignisse gerissen werden. Auch hier dient eine Liebesgeschichte als Narrativ: Der Werkzeugmacher Viktor ist überzeugter Sozialist. Die Liebe zwischen ihm und der im bürgerlichen Milieu aufgewachsenen Arzttochter Paula droht an der Zuspitzung der politischen Situation zu zerbrechen.

Die Kameraden des Koloman Wallisch. Regie: Michael Scharang, A 1983/84, 90 Min.

Einführung Peter Grabher

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 Kinokis Mikrokino #205

Donnerstag, 9. Jänner 2014, 19:00 im depot
HITO STEYERL - MUSEEN ALS SCHLACHTFELDER

Das halbstündige Video „Is a Museum a Battlefield?“ (2013) erarbeitet eine Reihe von Verbindungen zwischen  Kunstsponsoring und Waffenhandel  – im besonderen am Beispiel von Siemens und der Koç Holding. Zwischen Kunst und Krieg entstehen Parallelen: einen Schuss abfeuern, ein Bild schießen... Auch „I dreamed a dream: Politics in the age of mass art production“ kreist um das Verhältnis von Kunst und Kapital: „Warum gibt es so viele Kunstprojekte? Weil wir in einer Welt der künstlerischen Massenproduktion leben. Praktisch jeder ist heute Künstler. (…) Kunstproduktion war früher  eine der elitärsten Aktivitäten, männlichen Meistern vorbehalten, die viel Zeit und Arbeit in die Entwicklung ihrer Fähigkeiten investieren mussten. Wie wurde diese Praxis so grundlegend demokratisiert?“

I dreamed a dream: Politics in the Age of Mass Art Production. Hito Steyerl, 2012, 30 min, engl.
Is a Museum a Battlefield. Hito Steyerl, 2013, 30 min., engl.

Anschließend Gespräch mit Hito Steyerl.

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Kinokis Mikrokino #204

Donnerstag 19. Dezember 2013, depot / 19:00
VERGESSENE OPFER - ERZÄHLEN ALS ÜBERLEBENSSTRATEGIE

Die Berichterstattung über das grausame Schicksal von Friedrich Zawrel, "Spiegelgrund"-Opfer, Überlebender und unermüdlicher Zeitzeuge, steht im Zentrum dieses Mikrokinos. Seine Erinnerungen schließen die Edition "Vergessene Opfer" ab, in der verdrängte oder bewusst negierte Schicksale in der österreichischen Nachkriegsgesellschaft zur Sprache kommen. "Er hod mi nimma kennt, aber i hob eam kennt", sagte Friedrich Zawrel in einem ORF-Interview über die Wiederbegegnung mit seinem Peiniger, dem Euthanasie-Arzt Heinrich Gross. Dass Zawrel seine Qualen und Erniedrigungen ohne Verbitterung und scheinbar ungebrochen überstanden hat, liegt möglicherweise daran, dass es ihm gelungen ist, sie zum Ausdruck zu bringen.

An diesem Abend werden Ausschnitte aus der 177 minütigen DVD "Kinder- und Jugendfürsorge" in Anwesenheit der Herausgeber_innen Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber gezeigt. Parallel dazu findet im Dezember die Ausstellung KRIEG GEGEN KINDER im Wiener Künstlerhaus statt.

Die DVD-Edition Vergessene Opfer. Eine Filmreihe von Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber kann über den Verein www.standbild.org bestellt werden. 

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Kinokis Mikrokino #203

Do., 21. November 2013
DER LETZTE BOLSCHEWIK

Vor 20 Jahren, kurz nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, versuchte Chris Marker Bilanz zu ziehen über das Experiment des "real existierenden Sozialismus", indem er sowjetische Geschichte durch die Lebensgeschichte eines wahlverwandten russischen Regisseurs erzählte: Alexander Medvedkin - 1900 in die Generation der Revolutionäre hineingeboren und im Jahr des Endes 1989 verstorben - ein Filmenthusiast, der in den frühen 30er Jahren einen Kino-Zug auf die Schienen gestellt und es 1934 in seinem Spielfilm "Das Glück" gewagt hatte, Kritik an den Greueln der Kollektivierung anzudeuten. Marker montiert in seinem Filmessay russisches Revolutionskino mit Videoaufnahmen aus dem Moskau des Jahres 1992: "Von diesem Endpunkt also wird das Abenteuer dieses Jahrhunderts betrachtet und aufgerollt werden: wie eine rote Fahne um das Leben des Alexander Iwanowitsch." (Chris Marker, Exposé zum Film)

Der letzte Bolschewik (Le tombeau d'Alexandre)
Chris Marker, F/GB/FN 1993, 116 min, dt. V.

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Kinokis Mikrokino #202

kinokis mikrokino #201
Mittwoch 13.06.2013, 19:00

PREVIEW

Tränen, per Skype verschickt,

kommen ausgetrocknet an.(Arbeitstitel)
Österreich 2013, ca. 60 min.

Zum Newrozfest im März 2013 erklärte die PKK einen Waffenstillstand, der von den KurdInnen euphorisch begrüßt wurde. Millionen KurdInnen, die der kurdisch-türkische Konflikt ins europäische Exil getrieben hat, hoffen auf Frieden und Rückkehr. Vier Exilierte gaben dem Filmteam je ein Geschenk mit, das in Kurdistan die Wege zu ihren Sehnsuchtsorten eröffnet und persönliche Einblicke in die Geschichte des kurdischen Befreiungskampfes ermöglicht.

Tina Leisch und Ali Can präsentieren einen Rohschnitt des von KINOKI produzierten Dokumentarfilmes. Anschließend feiern wir das zweihunderterste Mikrokino.

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kinokis mikrokino #200
Mittwoch 08.05.2013, 19:00

Ich sehe was, was Du nicht siehst:

Wider die Unsichtbarkeit und die verordnete Illegalität von Migration


Das Rattern der Züge und die Hoffnung irgendwo anzukommen: Alessandra D'Onofrio lässt Menschen mit ihren Erzählungen und Erfahrungen zu Wort kommen, die es trotz großer Mühen geschafft haben, Europa zu erreichen. Durch Standfotos und gesprochene Statements von Refugees verschafft Caught In between Darkness and Light jenen Leuten Gehör, die durch die europaweite, unmenschliche Gesetzgebung nicht zu Wort kommen sollen. Eine ähnliche Strategie verfolgt der Filmemacher Elias Grootaers – mit Not Waving, but Drowning verweigert auch er gängige Erzählmuster. Ausschließlich aus der Perspektive von Gefängnisinsassen werden deren Eindrücke erzählt: Das versachlichte Verhalten der Wärter_innen ihnen gegenüber spiegelt eine bedrückende Realität wider, in der es zunehmend schwer fällt, die eigene Person sowie Ort, Zeit und Raum als ein Ganzes zu erleben.
"We have nothing that is ours except time, in which even the homeless reside." (Baltasar Garcián)

Anschließend Gespräch mit Refugees vom Protest Camp und Unterstützer_innen
CAUGHT IN BETWEEN DARKNESS AND LIGHT
(R: Alessandra D'Onofrio, I/F/GB 2009)
16 min., Englisch

NOT WAVING, BUT DROWNING (R: Elias Grootaers, B 2009)
53 min., Punjabi / Englisch mit englischen Untertiteln

Ein gemeinsamer Abend mit Ethnocineca – Ethnographic and Documentary Filmfest Vienna. 14. - 17. Mai 2013 im VOTIV KINO, Währingerstr. 12, 1090 Wien.

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kinokis mikrokino #199 
Donnerstag 18.04.2013, 19:00
Vom Unglück in Griechenland zu sein 

Nach den massiven Protesten und Streiks der letzten Jahre ist es auf den griechischen Straßen ruhiger geworden: Dafür sorgen Arbeitslosigkeit, Gehaltskürzungen, Steuererhöhungen und gestiegene Benzinpreise. Die Doku "Debtocracy" untersucht die Gründe für die Schuldenkrise und spricht dafür mit Ökonomen, Journalisten und Intellektuellen aus der ganzen Welt. Im Film werden an konkreten Fallbeispielen Lösungsvorschläge angedacht, die von der griechischen Regierung, der EU und den dominanten Medien noch nicht einmal in Erwägung gezogen wurden. "Debtocracy" ist der erste griechische Dokumentarfilm über die Krise, der durch crowd-funding finanziert worden ist.

Anschließend aktuelle Kurzfilme zum Thema, kommentiert von Nicolai Gütermann.

DEBTOCRACY
(R: Katerina Kitidi und Aris Chatzistefanou, GR 2011)
1 h. 14 min., Griechisch mit englischen Untertiteln

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kinokis mikrokino #198
Donnerstag 21.3.2013, 19:00
ALGERIEN: ANTI-KOLONIALE BEFREIUNG, INTERNATIONALISMUS & CINEMA MILITANT

Der Abend präsentiert Filme von René Vautier in Kooperation mit der in Berlin im Dezember 2012 von Madeleine Bernstorff und Sebastian Bodirsky kuratierten Werkschau "Ohne Genehmigung". Vautier ergriff mit seinem aktivistischen "Cinema militant" Partei für die Unabhängigkeitsbewegungen. Seine Filme prägen die Haltung eines Internationalisten und Widerständigen, der andauernd in Kämpfe gegen die Zensur verstrickt ist. René Vautier 2004: "Eine Kamera war für mich immer eine Waffe, um Zeugnis abzulegen. Doch diese Waffe tötet nicht. Im Gegenteil, sie kann Frieden stiften. Ich habe mich Zeit meines Lebens für einen Dialog der Bilder eingesetzt, alle Filme, die ich gemacht habe, sind Bilddialoge. Der Regisseur partizipiert. Er ergreift für eine Seite Partei und gibt den Menschen eine Stimme, die er vor sich hat."
Im Gespräch mit den Gästen Kader Benamara und Fritz Keller wird es - entlang von Vautiers Filmen - um das persönliche und kollektive Gedächtnis des algerischen Befreiungskampfes gehen sowie um dessen mögliche Aktualisierungen.

Gespräch in englischer Sprache mit:
Kader Benamara, Soziologe, Ökonom, Mitarbeiter des IWF und verschiedener UNO-Teilorganisationen. Autor von "Éclats de soleil et d’amertume", Éditions Barkat, Algier 2012
Fritz Keller, Geschichtsarbeiter und Publizist. Autor von "Gelebter Internationalismus" - Österreichs Linke und der algerische Widerstand (1958 - 1963)", Promedia Verlag, Wien 2010

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kinokis mikrokino #197
Donnerstag 21.2.2013, 19:00
1+1=100 ODER DIE SCHULE DES LEBENS

"Stell dir vor, du gehst zur Schule und es macht Spaß! Wer von uns hat nicht schon einmal den Traum von der idealen Schulklasse geträumt und sich vorgestellt, dort mit voller Wildheit seinen Interessen nachzugehen? Haben wir uns nicht alle danach gesehnt, mit Liebe, Respekt und Leidenschaft ganzheitlich aufs Leben vorbereitet zu werden? Achtung! Diese Innenschau aus der Vogelperspektive auf eine Wiener Mehrstufen-Integrationsklasse zielt direkt in die Herzen der Zuschauer, die sich am Ende fragen könnten: Was wäre wohl aus mir geworden, wäre ich in so eine Schule gegangen?” (www.dokit.at)
"Das muss urkomisch sein, wenn man die ganze Zeit so sitzt: Da vorne steht der Lehrer und man muss zuhören, was der quasselt." (Ayana, Schülerin, 8, über Regelschulen)
"In Kenntnis des Films 1+1=100 oder Die Schule des Lebens hätten die Menschen dieses Landes der alten Schule basisdemokratisch ein Grab geschaufelt." (Robert Sommer, Augustin Nr. 318)

1+1=100 oder Die Schule des Lebens
Doris Kittler, A 2012, Musik: Otto Lechner und Max Nagl, 73 min
Anschließend Gespräch mit der Regisseurin Doris Kittler


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kinokis mikrokino #196
Donnerstag 17.1.2013, 19:00
AMARO DROM – UNSER WEG 
Filme von Sasa Barbul

Sasa Barbul, Roma-Aktivist, Schauspieler, Journalist und Textarbeiter begibt sich erneut auf Spurensuche. In seinem Projekt »Amaro Dom« im Rahmen der Wienwoche 2012 unternahm er den Versuch die Geschichte und die (Überlebens-)Kämpfe der Roma in Europa von 1941 bis heute nachzuverfolgen. In seinen Videoarbeiten werden verschiedene Themenfelder skizziert und miteinander verknüpft. Dabei zeichnen die Projektionen nicht nur den bisherigen Weg der Roma nach, sondern suchen auch nach Perspektiven für eine selbstbestimmte Zukunft. Im Sommer 2012 machte er sich daher auf den Weg nach Ex-Jugoslawien.
"Die Selbstdarstellung von Roma steht im Mittelpunkt der Arbeit. Aus verschiedenen Perspektiven werden Formen der Selbstorganisierung sowie die Rolle von Bildung und Historisierung für die Roma-Communities thematisiert. Ebenso erzählen Aktivist_innen, Politiker_innen und Journalist_innen in Interviews von ihren aktuellen Auseinandersetzungen und Zukunftsvisionen." (Auszug Programmtext WienWoche 2012)

Bitte nicht vergessen. Holocaust und Verfolgung der Roma, 15min. R: Sasa Barbul, 2012
Amaro Drom - Unser Weg. Roma - woher wir kommen - und wohin wir gehen, 35min. R: Sasa Barbul, 2012
In Anwesenheit von und Diskussion mit Sasa Barbul
An diesem Abend sind freiwillige Spenden erbeten/wünscht

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kinokis mikrokino #195
Do, 13.12.2012, 19:00
DER HEIMWEHTRÄGER

Eine filmische Hommage an den Dichter Fritz Kalmar, geboren 1911 in Wien, gestorben 2008 in Montevideo. Der Film gibt Kalmars Erzählungen Raum, seinen Erinnerungen an ein Leben, das 1938 einen Einschnitt erfuhr: Nach der Kindheit und Jugend in Wien flieht er, von den Nazis als Jude verfolgt, zuerst nach Bolivien, dann nach Montevideo. In Bolivien war er Präsident der Freien Österreicher, in Uruguay österreichischer Honorarkonsul, der versuchte, politisch Verfolgten während der Militärdiktatur zu helfen. Als Regisseur, Journalist und Erzähler wurde er einer der bedeutendsten Vermittlerfiguren im lateinamerikanischen Exil. Während er - und Verwandte, FreundInnen und GefährtInnen - die Stationen seines Lebens beschreiben, wird aber auch etwas anderes immer deutlicher spürbar: Die Last ungelebten Lebens und eine unheilbare Nostalgie für ein imaginär gewordenes Wien, die Kalmar zum "Heimwehträger" macht: „Es kam in meinem Leben alles zu spät.“

Der Heimwehträger – Neunzig Minuten mit Fritz Kalmar. Eine Freundesgabe
Erich und Libertad Hackl, Ö 2011, 90 min

Gespräch mit Libertad Hackl und Erich Hackl.

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kinokis mikrokino #194
Fr, 16. 11. 2012, 19:00
ERINNERUNGEN AN DIE ZUKUNFT - CHRIS MARKER (1921-2012)

"Man sollte die Sorbonne niederreißen und Chris Marker an ihre Stelle setzen." (Henri Michaux) Chris Marker, der Autor von "Sans Soleil", hat bis zu seinem Tod am 29. Juli dieses Jahres nicht aufgehört sich zu verwandeln und dabei mit Bildern zu denken. Das Programm zeigt mit "La Jetée" den Film, mit dem er den Beginn seines Kinos datierte, wirft mit Agnès Varda einen kurzen Blick in seine Werkstatt und gibt Einblick in die letzten Projekte Markers: Noch mit über 80 Jahren interessierte sich Marker für die virtuelle Welt von Second Life, das er als Verwirklichung einer künstlerischen Utopie begrüßte. Der Film "Ouvroir" flaniert über eine gleichnamige künstliche Insel, die dem Werk Markers gewidmet ist. In "Henchman Glance" kehrte er 2008 zu "Nacht und Nebel" zurück, Alain Resnais' zentralem Film über das System der NS-Vernichtungslager, an dem Marker 1955 mitgearbeitet hatte. Er zeigt, wie der NS-Täter Adolf Eichmann den Film während seines Prozesses in Jerusalem sieht und ergänzt die 1961 gefilmten Blicke Eichmanns mit entsprechenden Gegenschüssen aus "Nuit et brouillard".

Agnès de ci de là Varda (Agnès war da) [Ausschnitt]
Agnès Varda, F/D 2011, dt. F., 6 min

Ouvroir - A Second Life Wandering with Guillaume-en-Egypte
Guillaume-en-Egypte, 2010, engl. F., 30 min

Am Rande des Rollfeldes (La Jetée)
Chris Marker, F 1962, dt. F., 28 min

Henchman Glance
Chris Marker, F 2008, engl. U., 32 min

Gespräch mit Thomas Tode, Filmemacher und Filmwissenschafter, Hamburg. Publikationen u.a.: "Chris Marker, Filmessayist" (Mithg.), "Dziga Vertov: Arbeitshefte/Tagebücher" (Hg.)

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kinokis mikrokino SPEZIAL
Do 15.11.2012, 19:00
BAUHAUS & FILM



Zeitschriftenpräsentation und Filmvorführung

Die Meinung, dass es keine „Bauhaus-Filme“ gibt, ist weitverbreitet. Jedoch spielte dieses Medium eine beachtliche Rolle in der Programmatik des Bauhauses. Filmische Praxis war ein Teil des Lehrkonzeptes einer „Wissenschaft des Sehens“. Kunst und Technik sollten eine neue Einheit bilden. 1923 formulierte Oskar Schlemmer die Idee eines Bauhauskinos. Der ungarische Künstler László Moholy-Nagy versuchte ohne Erfolg eine „Versuchsstelle für Filmkunst“ am Bauhaus einzurichten. Trotzdem entstanden beeindruckende Filmarbeiten von Lehrern und Schülern, von denen einige an diesem Abend gezeigt werden. Präsentiert wird die Doppelausgabe von "Maske und Kothurn", die erstmals Beiträge zu den Experimenten der Bauhäusler mit dem neuen Medium versammelt.

BAUHAUS & FILM. Hrsg. von Thomas Tode. Maske und Kothurn Jg. 57, Heft 1-2, 2011. Wien 2011. 208 S.

Filmeinleitung und Gespräch:
Thomas Tode, Filmemacher und freier Publizist in Hamburg, freier Mitarbeiter der Kinemathek Hamburg und Lehrender an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg sowie an den Universitäten Hamburg und Bochum.
Klemens Gruber, Professor für Intermedialität am tfm | Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft.
Moderation: Kathrin Wojtowicz (Maske und Kothurn)

Eine Veranstaltung des tfm | Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaften in Kooperation mit kinoki.

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kinokis mikrokino #193
Donnerstag, 18.Oktober 2012, 19:00Uhr
EMPIRE ME

Die österreichische Lesart des Wortes Utopie setzt es mit ‚Hirngespinst’ gleich. Dagegen sucht der Regisseur Paul Poet Leute auf, die Utopien als zu realisierende, soziale und politische Wunschträume begreifen: "Wenn Dir die Welt nicht passt, bau Dir Deine eigene!" „Empire Me“ präsentiert sechs sehr unterschiedliche Realisierungen und begegnet den Menschen des Fürstentums von Sealand, der Provinz von Hutt River, der Föderation von Damanhur, des ZeGG, des Freistaats Christiania und der schwimmenden Städte der Serenissima. Das faszinierende Road Movie bewegt sich mitten hinein ins Andersartige von Mikrostaaten, Gegengesellschaften und temporären autonomen Zonen. Er zeigt einen Exodus aus dem globalisierten Kapitalismus - von neoliberalen rechten Glücksrittern bis zu links-anarchistischen modernen NomadInnen. Poets filmischer Blick sammelt nicht Kuriositäten, sondern nimmt das Begehren nach anderen Formen des Zusammenlebens ernst, auch dort wo es scheitert.

Prix du Film Rebelle (Bester Kinofilm) Filmfestival Aubagne 2012
Best Independent Documentary 2012 Worldfest Houston
Doc Alliance Selection 2012 Dok-Filmfestival Jihlava

Empire Me - Der Staat bin ich!
Paul Poet, A/D/LUX 2011, 100 min
Anschließed Gespräch mit Paul Poet.

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Her mit den Bildern!

Im Rahmen der WIENWOCHE präsentiert kinoki ein mehrteiliges Filmprogramm, das die Möglichkeiten medialer Interventionen in soziale und politische Prozesse auslotet. Im Mittelpunkt stehen dabei die Thematisierung gesellschaftlicher Ausgrenzungen sowie die filmische Repräsentation minorisierter Gruppen: Welche Bedeutung hat der Einsatz medialer Mittel für "Minderheiten"-Communities? Wie haben sich die Bedingungen der Sichtbarmachung und Dokumentation verändert? Welche Rolle spielt das audiovisuelle Archiv im Bezug auf Fragen von Selbstdarstellung und Selbsthistorisierung?

Fragen wie diese sollen entlang dreier Themenschwerpunkte erörtert werden: Unter dem Titel "Queerer Aktivismus" begibt sich Kinoki auf die Spurensuche nach den emanzipatorischen Videobewegungen im Wien der 1980er Jahre. Mit "Sozialen Kämpfen und Arbeitsmigration" werden filmische Positionen aus den 1970er/80ern als "solidarische BegleiterInnen" und Ausnahmeerscheinung in der österreichischen Filmlandschaft dieser Zeit vorgestellt. Die Diskussionsveranstaltung "Mit historischen Bildern arbeiten" fragt insbesondere nach der Bedeutung des Archivs und der Auseinandersetzung mit Geschichte im österreichischen Dokumentarfilm nach der Jahrtausendwende.


 Alle Programme bei freiem Eintritt und mit Diskussion





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Her mit den Bildern! 04.10.12

Kinoki präsentiert im Rahmen der WienWoche:
Her mit den Bildern! Programm 1 / Teil 2:
Donnerstag, 04.10.12,  19:00 Uhr im Schikaneder Kino, Eintritt frei
Autonome Bilder und Queerer Aktivismus / Teil 2




Aus Anlass des 30jährigen Jubiläums der Rosa Lila Villa widmet sich der zweite Teil des Programms Autonome Bilder und Queerer Aktivismus zwei Filmen, die die Anfangszeit der Villa dokumentieren. In Jana Cejpeks Film Lila Villa, der 1984 auf Super 8 gedreht wurde, kommen Protagonist_innen der ersten Stunde ins Bild. Lila Villa ist ein filmisches Selbstzeugnis, eine inszenierte Innensicht von queerem Alltag und Aktivismus der frühen 1980er Jahre.  
Tamara Eullers Film Rosa Lila Villa entstand im Zuge ihrer Ausbildung an der Wiener Filmhochschule auf 16 mm Umkehrmaterial. Euller führte damals zahlreiche Interviews mit Aktivist_innen der Villa. Im Vordergrund des Films stehen die politischen Anliegen rund um den Kampf um gesellschaftliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen. Das Originalmaterial des Films ist seit Jahren verschollen.

Rosa Lila Villa, A 1983, R: Tamara Euller, ca. 20 min.
Lila Villa, A 1984, R: Jana Cejpek, ca. 25 min.

Mit: Tamara Euller, Jana CejpekHanna Hacker und Gabriele Szekatsch
Moderation: Katja Wiederspahn



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Her mit den Bildern! 03.10.12


Kinoki präsentiert im Rahmen der WienWoche  
Her mit den Bildern! Programm 3

Mittwoch, 3.10.12 um 20:00 im Brick 5, bei freiem Eintritt
Mit historischen Bildern arbeiten



Der vorletzte Abend der Programmreihe: Her mit den Bildern! widmet sich einer zentralen Frage von Bildpolitik und Bildproduktion. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wird die Bedeutung des Archivs und die Auseinandersetzung mit Geschichte im österreichischen Dokumentarfilm nach der Jahrtausendwende zur Debatte gestellt.

Gäste:
Monika Bernold (Historikerin, Kultur- und Medienwissenschafterin mit einem Forschungsschwerpunkt auf der Konstruktion von Identität und Geschlecht in Film- und Fernsehen)
Kenan Kılıç (Autor und Regisseur zahlreicher Filme. Zuletzt: "Gurbet. In der Fremde", eine Art filmische Oral-History zur Arbeitsmigration nach Österreich).
Cordula Thym (Cutterin, Tontechnikerin und Regisseurin. Zuletzt: "Verliebt, Verzopft, Verwegen. Geschichten lesbischer (Un-)Sichtbarkeiten im Wien der 50er und 60er Jahre")
Klub Zwei (Dem Künstlerinnenkollektiv Simone Bader und Jo Schmeiser geht es um die kritische Reflexion medialer Darstellungsweisen und um öffentliche Intervention).

Moderation:
Dietmar Schwärzler (Film- und Medienvermittler mit einem Rechercheschwerpunkt zur kleinen filmischen Form. Er kuratiert derzeit die Produktion von INDEX, eine DVD Edition zur österreichischen und internationalen Film- und Medienkunstgeschichte).

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Her mit den Bildern! 27.09.12

Kinoki präsentiert im Rahmen der WienWoche

Her mit den Bildern! Programm 2:
Donnerstag, 27.09.12,  19:00 Uhr im Schikaneder Kino, Eintritt frei
Soziale Kämpfe und Arbeitsmigration  


Ich schaff's einfach nimmer © Österreichisches Filmmuseum

Ich schaff´s einfach nimmer A 1972/1973, R: John Cook, 50 min.
Wien vom gesellschaftlichen Rand aus gesehen. John Cook begleitet die Putzfrau Gisi und den Amateurboxer Petrus in ihrem Alltag und visualisiert deren Traum von einem besseren Leben. Der filmische Blick, mit dem hier soziale Existenzen ins Bild gerückt werden, bildet eine Ausnahmeerscheinung in der gängigen Filmlandschaft dieser Zeit. Ich schaff´s einfach nimmer war der erste Film des zur Drehzeit erst seit kurzem in Wien lebenden kanadischen Fotografen John Cook (1935-2001).
„Eine leise, traurige Arbeit über Alltagsexistenz und Alltagssprache, entstanden in einer Ära, als beides im Kino noch so unüblich ist wie die befremdliche Tatsache eines unabhängigen Filmemachers." (Harry Tomicek)


Gekommen bin ich der Arbeit wegen © Goran Rebić

Gekommen bin ich der Arbeit wegen A 1987, R: Goran Rebić, 23 min.
In Gekommen bin ich der Arbeit wegen, dem ersten Film von Goran Rebić, fährt der Filmemacher gemeinsam mit seinem Vater Ratko Rebić die Stationen von dessen Arbeitssuche in Österreich ab. Ratko Rebić, der 1967 nach Österreich gekommen war, erzählt nicht nur von seinen ersten Stationen in Österreich, sondern auch von den anfänglichen Lebensbedingungen und von der Schwierigkeit Arbeit zu finden. Das Ergebnis ist ein dokumentarisches Roadmovie auf Super 8, das die Geschichte der Arbeitsmigration in der Zweiten Republik aus einem subjektiven Blickwinkel erzählt. Gekommen bin ich der Arbeit wegen bildet bis heute eine Ausnahmeerscheinung innerhalb der österreichischen Filmlandschaft.

Mit Goran Rebić und Mehmet Emir
Moderation: Kinoki
Mit freundlicher Unterstützung von


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Her mit den Bildern! 24.09.12

Kinoki präsentiert im Rahmen der WienWoche
 

Her mit den Bildern! Programm 1 / Teil 1 

Montag, 24.09.12, 19:00 Uhr im Schikaneder Kino, Eintritt frei
Autonome Bilder und Queerer Aktivismus / Teil 1
 

Volks Stöhnende Knochenschau © Medienwerkstatt Wien

Die Videoladenbewegung der 1980 Jahre führte zu einer beachtlichen Vervielfältigung audiovisueller Dokumentationen in Wien, die nicht zuletzt mithilfe der Gründung der Medienwerkstatt in Gang gebracht wurde. Dabei ging es in erster Linie um Self-Empowerment. Der Themenabend widmet sich ausgewählten Filmbeispielen aus dem Projekt Videowochenschauen der Medienwerkstatt, das mit diesem Projekt erstmals ein breites Publikum auf der Straße erreichte: „Entscheidend trug dazu der Einsatz eines mobilen Videobusses bei, mit dem auch Vorführungen im ländlichen Umkreis von Wien (auf Hauptplätzen, in Fußgängerzonen, etc.) möglich wurden. Am leichtesten gestaltete sich die Zusammenarbeit mit Gruppen, wo einzelne Mitglieder schon mit Video gearbeitet hatten, so zum Beispiel mit der Homosexuellen Initiative (HOSI). Für jene, die noch keine Erfahrung mit Video hatten, wurden Workshops gemacht, um Schnitt- und Aufnahmetechniken zu vermitteln.“ (Medienwerkstatt-Info Nr. 1/April 1981)
 
HOSI Bude Reumannplatz, 10 min.

Während der Wiener Festwochen 1980 errichtete die Homosexuelleninitiative Wien (HOSI) am Reumannplatz einen Informationsstand. Nach angeblich "wütenden Protesten der Bevölkerung" wurde die Informationsbude geschlossen. Eine breite Solidarisierungswelle mit der HOSI führte in der Folge zur Wiedereröffnung.

Schwul sein kann schön sein, 11 min.
Interviews, Stellungnahmen, Gespräche zur Lage von Homosexuellen
HOSI

Coming out - Hans, 16 min.

Mit: Manfred Neuwirth (Medienwerkstatt), Andreas Brunner (QWIEN) und Kurt Krickler (HOSI)
Moderation: Hannes Sulzenbacher







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Cine Memoria

16.–20. Juli 2012
Ein Filmprogramm von KINOKI und Papayamedia zum Internationalen Amerikanist_innen Kongress (ICA) in Wien.
Alle Vorführungen im NIG, Universitätsstraße 7, 1010 Wien, Eintritt frei.

Un programma de cine por KINOKI y Papayamedia para el Congreso Internacional de Americanistas (ICA) en Viena.
Toda exhibición en el NIG, Universitätsstraße 7, 1010 Wien, Entrada libre.
Programmación en español 


Ein Filmprogramm von KINOKI und Papayamedia.
Alle Vorführungen im NIG (Neues Institutsgebäude, Universitätsstraße 7)

Montag, 16.7. um 20 Uhr

La Cinemateca del Tercer Mundo
 

Filmstill: LIber Arce, liberarse
La bandera que levantamos
Uruguay 1971, 6 min, Cinemateca del tercer Mundo, Regie: Mario Jacob und Eduardo Terra,
Me gustan los estudiantes
Uruguay 1968, 6 min, Regie: Mario Handler
Liber Arce, liberarse
Uruguay, 1969, 10 min, Regie: Mario Handler
C3M
Uruguay, 2011, 62 min Regie: Lucia Jacob
OmenglUT 
In den Sechziger Jahren gründeten Cinephile in Montevideo die „Cinemateca del tercer mundo“, die sich mit Filmprojektionen und – produktionen in die politischen Kämpfe einmischte. Lucia Jacob bat 40 Jahre später die Initiatoren darum, sich zu erinnern und die Werke von damals, wie La bandera que levantamos zu kommentieren. Die Kurzfilme Me gustan los estudiantes und Liber Arce, liberarse gestaltete Mario Handler damals für die Cinemateca del tercer mundo.
In Anwesenheit von Mario Handler

Dienstag, 17.7. um 20 Uhr

Black Power Mixtape (1967-1975)
Schweden/USA 2011, 94 min.OenglmdtUT Drehbuch: Göran Hugo Ollson
Ollson montiert heute alte Aufnahmen der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung, die zwischen 1967 und 1975 vom schwedischen Fernsehen gemacht wurden, zu einer sehenswerten Geschichte der Black Power Bewegung.

Mittwoch 18.7. um 18 Uhr

Der Heimwehträger –Neunzig Minuten mit Fritz Kalmar. Eine Freundesgabe
Ö 2011, 90 min, Regie: Erich und Libertad Hackl
Erich Hackls Hommage an den Wiener Dichter Fritz Kalmar, der  als Jude verfolgt, vor den Nazis nach Bolivien, dann Montevideo floh.
In Anwesenheit von Erich Hackl

Mittwoch 18.7. um 20 Uhr
Visa al paraiso

Mexiko 2011. 108 min. Regie: Lillian Liberman. OmenglUT
Der mexikanische Generalkonsul in Frankreich, Gilberto Bosques, konnte mit mexikanischen Visa zehntausende Verfolgte vor der Verschleppung in nationalsozialistische Konzentrationslager oder Ermordung durch das Francoregime retten. Lillian Lieberman sprach mit  dem hundertjährigen Don Gilberto und vielen jüdischen, kommunistischen, republikanischen EmigrantInnen - darunter Friedrich Katz.

Donnerstag 19.7. um 20 Uhr, 

El Lugar más pequeño
El Salvador/Mexiko 2011, 109 min Regie: Tatiana Huezo Sánchez. OmenglUT
Selten hat es ein Film geschafft, Kriegstraumata so unspektakulär und so widerständig, so einfühlsam und verständig nachzuerzählen.Die Filmemacherin lässt sich auf den Rhythmus der ProtagonistInnen ein und entspannt so einen filmischen  Raum, in dem die Seelen der Gestorbenen und die Überlebenden des salvadorenischen Bürgerkriegs einander begegnen

Freitag, 20.7. um 18 Uhr

Todo Berlin está en tus ojos - Ganz Berlin ist in Deinen Augen
Erinnerungen an Otto René Castillo. DDR/1979, 27 min, Regie: Karlheinz Mund
Karlheinz Munds Portrait  des guatemaltekischen Dichters und Revolutionärs Otto René Castillo, der 1954 nach dem Putsch gegen Arbenz fliehen musste und in Leipzig und Ostberlin studierte.
La isla – archivos de una tragedia
Guatemala/Deutschland 2009, 85 min, Regie: Uli Stelzner. (Original spanisch mit engl. UT)
Filmstill: La Isla
Im Jahre 2005 wird nach einer gewaltigen Explosion in der Hauptstadt von Guatemala zufällig das geheime Archiv der Nationalpolizei gefunden, Millionen von Dokumenten, die Beweismaterial sind zur Aufklärung  des Völkermordes durch Armee, Polizei und US-amerikanische Helfer und Berater, dem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hunderttausende Menschen zum Opfer fielen.
Einer der Protagonisten des Filmes, Nim Alae alias Lucio Yaxón Guarax, indigener Aktivist und Rapper, der auf  Kakchikel performt, musste 2010 Guatemala verlassen, nicht zuletzt wegen seiner Mitarbeit bei der Aufarbeitung des Archives.
Nim Alae in: La Isla
 In Anwesenheit von Patrice Castillo und Nim Alae.
Anschließend rappt Nim Alae im Arkadenhof der Uni Wien.