audiovisual autonomy

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The kinoki intersection Vienna is part of a political cinematic network under construction since the 1920... This is an arrangement of information regarding film, projection, discussion, reflection and production which also offers some links to other Kinoki intersections.

Perperik / Nur die Toten kehren heim

Do. 12. April 2018, kinoki mikrokino # 221
19:00 depot, Breitegasse 3

Perperik
Nurdane Türkmen (A/Rojava 2015, 20 min. OmU)


Filmstill aus "Perperik"
Der Krieg hinterlässt Spuren. Ein Loch in der Mauer einer Schulklasse gibt den Blick auf die zerstörte Stadt frei. Eine riesengroße Sonne um das furchteinflößende Loch herum, von Kindern gemalt, zaubert Hoffnung in das Klassenzimmer. Perperik heißt Schmetterling in kurdischer Sprache und steht für die zarte Hoffnung der Kinder und den Neubeginn nach dem Krieg. Schonungslos werden deprimierende Bilder der Kriegsfolgen eingefangen, aber immer mit dem Blick auf die Kinder, die ganz augenscheinlich die Hoffnungsträger der Region sind.


Nur die Toten kehren heim

Tina Leisch & Ali Can (A/Kurdistan 2015, 81min.)

Filmstill aus "Nur die Toten kehren heim"
Über eine Million Kurd_innen leben in Europa im Exil, viele als politische Flüchtlinge, die nicht in die Türkei zurückkehren können, weil sie dort sofort eingesperrt würden. Aber auch in vielen EU-Staaten werden kurdische Freiheitskämpfer_innen als Terrorist_innen verfolgt. Der Film portraitiert einige der Exilierten, fährt an die Orte in Kurdistan, an die sie selber nicht zurück können und begegnet dort dem Widerstand der kurdischen Zivilgesellschaft gegen die autoritäre, minderheitenfeindliche Politik des türkischen Staates. Wir begegnen z.B. der Bürgermeisterin von Nusaybin, die mit 80% der Stimmen gewählt wurde und doch ständig von Polizei und Regierung unter Druck gesetzt wird. Wir lernen eine der Journalistinnen kennen, die die systematische Folter an kurdischen Kindern und Jugendlichen im Gefängnis von Pozanti aufgedeckt hat. Wir begleiten die Särge der drei in Paris im Jänner 2013 ermordeten kurdischen Aktivisten auf ihrem letzten Weg.
Dabei begegnen wir einer Befreiungsbewegung, die von demokratischen, multiethnischen und feministischen Idealen genauso inspiriert ist, wie vom Kampf für die kurdische Sprache und Kultur.
Anschließend Gespräch mit Tina Leisch und einer Aktivistin von der Initiative Help Kobanê.

66 Kinos

Do. 1. März 2018, kinoki mikrokino # 220
19:00 depot, Breitegasse 3

66 Kinos
Philipp Hartmann (D 2016, 97min, OmeU)

Filmstill aus 66 Kinos (R: Philipp Hartmann)
Nach der Fertigstellung seines letzten Films "Die Zeit vergeht wie ein brüllender Löwe" (D 2013) beschloss Philipp Hartmann, die Dinge, wie gewohnt, selbst in die Hand zu nehmen. Akribisch geplant, begann er mit seinem Film im Gepäck eine Tour durch die deutsche Kinolandschaft. Wehmütig, berührend und melancholisch, nie sentimental und mit einem wohldosierten Maß an Witz und Subversion, beschreibt der Film anhand von 66 deutschen Kinos, wie sich die Bedingungen und die Aufführungspraxis im allgemeinen verändert haben. Leicht wird es den einzelnen Kinobetreiber_innen nicht gemacht. Gesetzliche Auflagen, die Umstellung auf digitale Formate und der Druck internationaler Filmkonzerne gekoppelt an teure Verleihgebühren, macht das Überleben kleinerer Land und Alternativkinos nicht gerade leicht. So unterschiedlich die Strategien der Einzelkämpfer_innen auch sein mag, was sie alle verbindet ist ihre Beharrlichkeit in ihrem Tun und ihre unabdingbare Liebe zum Medium Film in all seinen Facetten.
Anschließend Gespräch mit Philipp Hartmann

Ververoz (The hot part of the city)

Do., 8. Februar 18
20:00 Topkino (Großer Saal)

Ververoz (The hot part of the city)
Dokumentarfilm, türkisch Kurdistan 2017, 60 Minuten
Regie: Piran Baydemir, Kurdisch & Türkisch mit englischen Untertiteln


Ververoz (R: Baydemir)
Im Jahr 2016 bombardierte der türkische Staat kurdische Städte im Osten der Türkei. 103 Tage lang wurde Sur, die historische Altstadt Diyarbakirs (Kurdisch: Amed) bombardiert, aus Panzern und Hubschraubern beschossen und in Schutt und Asche gelegt. Vor allem rebellische kurdische Jugendliche leisteten Widerstand. Der neue Dokumentarfilm des preisgekrönten jungen kurdischen Filmemachers Piran Baydemir begleitet Eltern, FreundInnen und Angehörige  während langer Wochen der Suche nach den sterblichen Überresten ihrer bei der Belagerung gefallenen Liebsten.
Anschließend Publikumsgespräch mit Piran Baydemir

Eine Veranstaltung von kinoki und Kurdistan Kämpft in Kooperation mit YXK Wien.

Der Mann mit dem bunten Ballon

Do. 1. Februar 2018, kinoki mikrokino # 229
19:00 depot, Breitegasse 3

Der Mann mit dem bunten Ballon

"Die Körper sind im Raume und die Handlungen in der Zeit", proklamierte Lessing vor 250 Jahren in seinen Überlegungen zur Kunsttheorie. Die medialen Untersuchungen von Muzak & Riha weisen über diese verfestigte Erkenntnis hinaus. Das KünstlerInnen-Duo arbeitet an den Schnittflächen von Film und bildender Kunst, und bringt die Medien solcherart zum Einsatz, dass die Logik der Körper im Raum und der Handlungen in der Zeit ihre Selbstverständlichkeit verliert.

Muzak & Riha stellen ihren jüngsten Animationsfilm vor und sprechen auch über ihre "ältesten" medialen Konzepte. 

"you can't be neutral on a movin' train"

Do. 11. Jänner 2018, kinoki mikrokino # 228
19:00 depot, Breitegasse 3

"you can't be neutral on a movin' train"

Die Kunst der Stunde heißt Widerstand
Seit mehr als 25 Jahren stellt kinoki in Wien politische Dokumentarfilme zur Debatte und arbeitet mit am kritischen Verständnis der filmischen Konstruktion von Wirklichkeit. Der Bezug auf die Euphorie der historischen Anfänge, als das Kinoki-Kollektiv im Zuge der Sowjet-Revolution die Sterne mit ihren Projektoren blenden wollte, hat im Lauf der Zeit einem politischen Pragmatismus Platz gemacht, der die dokumentarische Illusion als gleichzeitige Überlistung und Verdichtung der Realität untersucht. Damit bringt kinoki ein Jahrhundert Euphorie und ein Vierteljahrhundert Pragmatismus in die Debatte ein, um erneut die Frage zu stellen: "Was tun?"
Ein Abend mit Bildbeispielen aus der Kinoki-Geschichte und mit Überraschungsgästen.

Seeing Voices

Do., 7. Dezember 17, kinoki mikrokino #227
19:00 depot, Breitegasse 3

Seeing Voices
Regie: Dariusz Kowalski, A 2017, 93 min.


Filmstill aus: Seeing Voices (R: Dariusz Kowalski)
Die ProtagonistInnen in Seeing Voices sind zwar gehörlos, aber ohne Worte sind sie deshalb wahrlich nicht: Die Gebärdensprache birgt ein Paralleluniversum voller Ausdruckskraft und Magie, das den meisten Hörenden unerschlossen bleibt. Ayse, Helene und die gehörlosen Mitglieder der Familie Hager vermissen weder Musik noch das Zwitschern der Vögel, schließlich haben sie es nie gehört, sehr wohl aber vermissen sie das Recht auf ihre Muttersprache. Diesen schmalen Grat zwischen der hörenden und der gehörlosen Welt meistern sie alle auf völlig unterschiedliche Weise – aber keineswegs leise (Auszug aus der Pressemitteilung).
Anschließend Gespräch mit Dariusz Kowalski

Wir glaubten, die Sonne geht nicht wieder auf

Do 23. November um 19 h im Amerlinghaus, 7; Stiftgasse 8, Raum 4
Ein Abend der Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück und FreundInnen (ÖLGRF) in Zusammenarbeit mit KINOKI.

Der verdrängte und vergessene Oldenburger Prozess
D 2015, 100 min, Dokumentarfilm von Farschid Ali Zahedi


Im August 1965 begann vor dem Oldenburger Landgericht ein Mordprozess, der als das aufwändigste Verfahren der Oldenburger Justizgeschichte gilt. Zwei Männer standen damals vor Gericht, die angeklagt waren, während des Zweiten Weltkriegs in der ukrainischen Stadt Kowel an der Ermordung tausender jüdischer Menschen beteiligt gewesen zu sein. Anhand von Zeitzeugeninterviews, Aufnahmen von Originalschauplätzen in der Ukraine sowie in Israel und nie zuvor öffentlich gezeigten historischen Materialien dokumentiert der 100minütige Film eindrucksvoll das Geschehen in und um Kowel und des nachfolgenden Prozesses in Oldenburg.
Anschließend Gespräch mit Regisseur Farschid Ali Zahedi.

Tanz und gib ihm!

Do. 16. November 17, kinoki mikrokino #226
19:00 depot, Breitegasse 3


Tanz und gib ihm! (R: Tina Leisch, A 2016, 83 min.)
Aleks, David und Miki, die Kämpfer aus dem Jugendzentrum, sind Fans von Philipp Schranz/Österreichischer Meister in Mixed Martial Arts. Die Jungfilmemacher Lorenz und Philipp bewundern Franz-Josef Huainigg, der trotz seiner körperlichen Beeinträchtigungen Nationalratsabgeordneter ist. Fatih, der Journalist werden möchte, ist fasziniert von Franz Viehböck, der erste und bisher einzige Österreicher im All und von Max Schrems, der erfolgreich Facebook verklagt hat. Stefan, der als Sohn zweier Lesben aufgewachsen ist, führt neugierig-liebvolle Gespräche mit seinem Samenspender-Vater und Jungfußballer Daniel träumt von David Alaba, Österreichs aktuell größtem Fußballstar. Tina Leischs Film begleitet den Alltag von 15 jungen Männern aus unterschiedlichen Familien auf dem Weg zur Verwirklichung ihrer Träume. "Schweben wie ein Schmetterling und stechen wie eine Biene", sagte Muhammad Ali. Aleks übersetzt das ins Wienerische: "Tanz und gib ihm!". Muhammad Ali hätte das bestimmt gefallen.

Anschließend Gespräch mit der Filmemacherin Tina Leisch.

How did we get to this strange place?

Mi. 11. Oktober 17, kinoki mikrokino #225
19:00 depot, Breitegasse 3

Cinelecture mit Filmbeispielen und Diskussion


Hypernormalization
Wer die Geschichte(n) schreibt, beherrscht die Welt! Oder war es einmal umgekehrt? Mit “Hypernormalisation” bezeichnet der russische Autor Alexei Yurchak die schizophrene Gegensätzlichkeit zwischen sozialer Realität und produzierter medialer Repräsentation der ‘Last Soviet Generation’. Der britische Dokumentarfilmer Adam Curtis arbeitet mit dem Archiv der BBC. Der Internetfilm beleuchtet das Aufkommen neoliberaler Politik im “Westen” und die Radikalisierung des Islam im “Osten” als parallele Entwicklungen. Von 1975 bis zum zeitgenössischen Status quo: “we have become lost in a fake world and cannot see the reality outside”. Bilderwütender, subjektiver Essay und Analyse wie Eliten mit allen Mittel versuchen ihre Ideologien durchzusetzen. Where do we go from here? Mit Nicolai Gütermann.

Kleine Manifeste #06: KLEINE PIONIERE

Dienstag 13.6., 20:00
Medienwerkstatt Wien 1070, Neubaugasse 40a

Eingeladen von der Medienwerkstatt Wien stellt Kinoki seine Arbeit vor und präsentiert den befreundeten Filmemacher Želimir Žilnik


Filmstill aus: Little Pioneers (1968)
„Wir blenden die Sterne mit unseren Projektoren!“ Die Devise entnahmen wir dem Manifest der KINOKI aus den 1920ern, die Projektoren dem Müllhaufen der Geschichte, auf dem die Errungenschaften der ehemaligen DDR in den 1990ern entsorgt wurden. Seitdem arbeiten wir daran, der dokumentarischen Illusion von filmischer Wirklichkeit als gleichzeitige Überlistung und Verdichtung der Realität auf die Spur zu kommen. Denn Einsichten in die Fabrikationen des Dokumentarischen als technische, soziale und politische Prozesse sprengen festgefahrene Identitäten und bringen die Möglichkeiten von Solidarität erneut ins Spiel. Aus diesen Gründen zeigen wir Filme, machen Filme, und laden Leute ein, die Filme machen, um sie gemeinsam zu diskutieren.

Little Pioneers (R: Želimir Žilnik, YU 1968, 14min.)
Auf sich allein gestellte Kinder erzählen von ihrem Leben und ihren Unternehmungen. Dabei wird die Filmkamera zur Komplizin.

Cosmo Girls (R: Želimir Žilnik, HU 2000, 26min.)
Portraits von Frauen, die davon handeln, wie sie sich und ihre Familien mit den unterschiedlichsten Tätigkeiten ökonomisch absichern.

Anschließend Gespräch mit dem Regisseur Želimir Žilnik